Break-Even-Rechner – Gewinnschwelle mit Diagramm

BEP-Diagramm · Zielgewinn · Preis-Optimierung · Sicherheitsmarge · Szenarien

Drei Berechnungsrichtungen plus das klassische BEP-Diagramm: Umsatz-Kurve trifft Gesamtkosten-Kurve – visuell auf einen Blick erklärt. Für Gründer, Selbstständige und Controller.

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Schnellbeispiele:
Kiosk: 5k € Fix Startup: 10k € Fix Freelancer: 3k €/Mo Café + Planmenge Ziel: +5.000 € Preis bei 400 St. & 30 %
Miete, Gehälter, Softwarekosten, Versicherungen – unabhängig von der verkauften Menge.
Material, Herstellung, Versand pro Stück. Bei reinen Dienstleistern oft 0.

Break-Even-Point: Was er ist — und was er wirklich aussagt

Der Break-Even-Point (BEP) — auch Gewinnschwelle oder Kostendeckungspunkt — ist die Menge oder der Umsatz, bei dem Erlöse und Gesamtkosten exakt gleich sind. Davor: Verlust. Danach: Gewinn. Dazwischen: genau null.

Die Break-Even-Analyse ist kein akademisches Konzept — sie ist das wichtigste Planungswerkzeug für Selbständige, Gründer und Unternehmen die wissen wollen: Ab wann trägt sich das Geschäft?

📐 Die vier Break-Even-Formeln

BEP-Menge = Fixkosten / (Preis − variable Kosten)

BEP-Umsatz = Fixkosten / Deckungsbeitragsquote

Menge für Zielgewinn = (Fixkosten + Zielgewinn) / Deckungsbeitrag

Mindestpreis = variable Kosten + Fixkosten / geplante Menge

Schritt-für-Schritt: Break-Even berechnen

Beispiel 1 — Produktion: Wann lohnt sich die Maschine?

Fixkosten: 24.000 €/Jahr. Preis: 50 €/Stück. Variable Kosten: 20 €/Stück.

Deckungsbeitrag = 50 − 20 = 30 €/Stück

BEP-Menge = 24.000 / 30 = 800 Einheiten/Jahr

BEP-Umsatz = 800 × 50 = 40.000 €/Jahr

Einordnung: Ab dem 801. Stück macht das Unternehmen Gewinn. Bei 1.000 Stück: Gewinn = (1.000 − 800) × 30 = 6.000 €.

Beispiel 2 — Freelancer/Berater: Wie viele Stunden brauche ich?

Fixkosten: 2.500 €/Monat. Stundensatz: 120 €. Variable Kosten: 15 €/Stunde (Fahrt, Material).

Deckungsbeitrag = 120 − 15 = 105 €/Stunde

BEP-Stunden = 2.500 / 105 = 23,8 Stunden/Monat (≈ 24 abrechenbare Stunden)

Einordnung: Bei 20 Arbeitstagen × 8 Stunden = 160 Stunden/Monat muss der Freelancer nur 15 % seiner Zeit fakturiert haben um die Kosten zu decken. Alles darüber ist Gewinn.

Beispiel 3 — Zielgewinn: Was brauche ich für 50.000 € Gewinn?

Fixkosten: 80.000 €/Jahr. Deckungsbeitrag: 40 €/Einheit. Zielgewinn: 50.000 €.

Menge = (80.000 + 50.000) / 40 = 130.000 / 40 = 3.250 Einheiten/Jahr

BEP-Menge wäre: 80.000 / 40 = 2.000. Die zusätzlichen 1.250 Einheiten generieren den Zielgewinn von 1.250 × 40 = 50.000 €. ✓

Deckungsbeitragsquote: Die Skalierbarkeit eines Geschäftsmodells

Die DB-Quote (= Deckungsbeitrag / Preis) zeigt wie viel von jedem Euro Umsatz nach Abzug der variablen Kosten übrig bleibt — und damit zur Fixkostendeckung beiträgt. Je höher, desto skalierbarer das Modell.

DB-QuoteEinordnungTypische BranchenSkalierbarkeit
< 20 %Niedrig — hohe variable KostenLebensmittelhandel, GroßhandelSchwach — jeder Umsatz-€ kostet viel
20–40 %MittelRestaurant, Produktion, HandwerkModerat
40–60 %GutBeratung, Agentur, HandelsmargenSolide
60–80 %Sehr gutSoftware (klassisch), DienstleistungStark
> 80 %Exzellent — asset-lightSaaS, digitale Produkte, LizenzenMaximal — Skalierung ohne Grenzkosten

⚠️ Häufiger Fehler: Fixkosten falsch zuordnen

Variable Kosten sind nur Kosten die direkt mit der produzierten Menge steigen und sinken. Gehälter sind oft Fixkosten — auch wenn sie leistungsabhängige Anteile haben. Marketingkosten können je nach Kampagnenstruktur fix oder variabel sein.

Falsch zugeordnete Kosten verfälschen den Break-Even massiv: Werden Fixkosten als variabel behandelt, unterschätzt man den BEP und plant zu optimistisch.

Sicherheitsmarge: Wie stabil ist dein Geschäft?

Die Sicherheitsmarge (Safety Margin) zeigt, um wie viel Prozent der Umsatz sinken kann, bevor der Break-Even unterschritten wird.

Sicherheitsmarge = (Ist-Umsatz − BEP-Umsatz) / Ist-Umsatz × 100

SicherheitsmargeBewertungBedeutung
> 33 %🟢 Sehr solideUmsatz kann um ein Drittel fallen, kein Verlust
20–33 %🟢 Gut abgesichertNormaler konjunktureller Abschwung wird überstanden
10–20 %🟡 AusreichendWenig Puffer — Kostenkontrolle wichtig
< 10 %🔴 RiskantKleiner Nachfragerückgang = Verlust

Häufige Fragen zum Break-Even

Was ist der Unterschied zwischen BEP-Menge und BEP-Umsatz?

BEP-Menge = Anzahl der Einheiten bis zur Gewinnschwelle. BEP-Umsatz = BEP-Menge × Preis = der Erlös, der erzielt werden muss. Für Produktionsunternehmen ist die Menge relevanter (Kapazitätsplanung). Für Dienstleister und Händler ist der BEP-Umsatz praktischer — weil man Umsatzziele direkt vergleichen kann. Formel Direktweg: BEP-Umsatz = Fixkosten / Deckungsbeitragsquote.

Wie kann ich den Break-Even-Point senken?

Drei Stellschrauben — mit unterschiedlichem Hebel: 1. Preis erhöhen: Größte Hebelwirkung — jeder Preisanstieg erhöht den Deckungsbeitrag direkt. 2. Variable Kosten senken: Einkauf, Produktion, Lieferkette optimieren. 3. Fixkosten senken: Miete, Personal, Abonnements — wirkt sofort auf den BEP. Kombination aller drei ist am effektivsten: Wer Fixkosten um 10 % senkt und gleichzeitig den Preis um 5 % erhöht, kann den BEP drastisch nach unten verschieben.

Was bedeutet eine Sicherheitsmarge von 25 %?

Der Umsatz kann um 25 % sinken, bevor Verlust entsteht. Beispiel: Aktueller Umsatz 200.000 €, BEP-Umsatz 150.000 € → Sicherheitsmarge = (200.000 − 150.000) / 200.000 = 25 %. Branchenkontext: Im Einzelhandel mit dünnen Margen sind >15 % bereits gut. In der Softwarebranche (hohe DB-Quote) sollten >40 % machbar sein. Unter 10 % ist in den meisten Branchen ein Warnsignal.

Wann versagt die Break-Even-Analyse?

Die Analyse ist statisch — sie gilt für einen bestimmten Zeitpunkt. Grenzen: 1) Bei mehreren Produkten mit unterschiedlichen Deckungsbeiträgen müssen Annahmen über den Produktmix getroffen werden. 2) Fixkosten sind nicht immer wirklich fix — bei großem Wachstum entstehen Sprungfixkosten (neue Halle, mehr Personal). 3) Skalierungseffekte (Mengenrabatte) senken variable Kosten mit steigender Menge. 4) Preise ändern sich — der BEP auch. Für dynamische Planung ist eine Szenarienanalyse mit mehreren BEPs sinnvoller.

Wie berechne ich den Break-Even für ein mehrstufiges Produkt (Produkt-Mix)?

Bei mehreren Produkten: gewichteten Durchschnitts-Deckungsbeitrag berechnen. Beispiel: Produkt A (60 % Umsatzanteil, DB 30 €) + Produkt B (40 % Umsatzanteil, DB 50 €) → Gewichteter DB = 0,60 × 30 + 0,40 × 50 = 18 + 20 = 38 €. BEP-Menge = Fixkosten / 38. Achtung: Der Produkt-Mix muss konstant angenommen werden — ändert er sich, ändert sich auch der BEP.

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Vertrauen Sie unserer Expertise

Daniel Niedermayer

Daniel Niedermayer

Geschäftsführer, Fixrechner.de

Zuletzt geprüft: April 2026

Grundlagen

  • Deckungsbeitragsrechnung: Haberstock, Kosten- & Leistungsrechnung
  • BMWK: Gründungsleitfaden Break-Even-Analyse

Unsere Methodik

BEP = Fix / (Preis − var. Kosten). Zielgewinn = (Fix + Gewinn) / DB. Mindestpreis = var. + Fix / Menge. Preis mit Zielmarge = (var. + Fix / Menge) / (1 − Marge / 100).

Mehr zur Methodik

4,9 von 5 Sternen

Basierend auf über 1.893 echten Nutzerbewertungen

Nutzerbefragung auf fixrechner.de – April 2026

Daniel G.

Die Qualität der Rechner ist enorm, und das kostenlos. Besten Dank.

Daniel G.

Head of Sales & Business Development

Sabine K.

Neben den Rechnern für den Arbeitsalltag finde ich auch die rund um die eigene Finanzplanung sehr hilfreich.

Sabine K.

Agentur Geschäftsführerin

Jeremiah H.

Ich schätze die Genauigkeit und Benutzerfreundlichkeit dieser Rechner sehr.

Jeremiah H.

 

Fixrechner.de – „Alles ist berechenbar“. Einziger DE-Break-Even-Rechner mit klassischem BEP-Diagramm, drei Berechnungsrichtungen und gestapeltem Szenarien-Chart.

BEP-Diagramm

Das klassische Umsatz-vs.-Kosten-Diagramm mit BEP-Markierung.

3 Berechnungsrichtungen

Menge, Zielgewinn und Preis-Optimierung in einem Tool.

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Letzte Aktualisierung: April 2026