Break-Even-Rechner – Gewinnschwelle mit Diagramm
BEP-Diagramm · Zielgewinn · Preis-Optimierung · Sicherheitsmarge · Szenarien
Drei Berechnungsrichtungen plus das klassische BEP-Diagramm: Umsatz-Kurve trifft Gesamtkosten-Kurve – visuell auf einen Blick erklärt. Für Gründer, Selbstständige und Controller.
Break-Even-Point: Was er ist — und was er wirklich aussagt
Der Break-Even-Point (BEP) — auch Gewinnschwelle oder Kostendeckungspunkt — ist die Menge oder der Umsatz, bei dem Erlöse und Gesamtkosten exakt gleich sind. Davor: Verlust. Danach: Gewinn. Dazwischen: genau null.
Die Break-Even-Analyse ist kein akademisches Konzept — sie ist das wichtigste Planungswerkzeug für Selbständige, Gründer und Unternehmen die wissen wollen: Ab wann trägt sich das Geschäft?
📐 Die vier Break-Even-Formeln
BEP-Menge = Fixkosten / (Preis − variable Kosten)
BEP-Umsatz = Fixkosten / Deckungsbeitragsquote
Menge für Zielgewinn = (Fixkosten + Zielgewinn) / Deckungsbeitrag
Mindestpreis = variable Kosten + Fixkosten / geplante Menge
Schritt-für-Schritt: Break-Even berechnen
Beispiel 1 — Produktion: Wann lohnt sich die Maschine?
Fixkosten: 24.000 €/Jahr. Preis: 50 €/Stück. Variable Kosten: 20 €/Stück.
Deckungsbeitrag = 50 − 20 = 30 €/Stück
BEP-Menge = 24.000 / 30 = 800 Einheiten/Jahr
BEP-Umsatz = 800 × 50 = 40.000 €/Jahr
Einordnung: Ab dem 801. Stück macht das Unternehmen Gewinn. Bei 1.000 Stück: Gewinn = (1.000 − 800) × 30 = 6.000 €.
Beispiel 2 — Freelancer/Berater: Wie viele Stunden brauche ich?
Fixkosten: 2.500 €/Monat. Stundensatz: 120 €. Variable Kosten: 15 €/Stunde (Fahrt, Material).
Deckungsbeitrag = 120 − 15 = 105 €/Stunde
BEP-Stunden = 2.500 / 105 = 23,8 Stunden/Monat (≈ 24 abrechenbare Stunden)
Einordnung: Bei 20 Arbeitstagen × 8 Stunden = 160 Stunden/Monat muss der Freelancer nur 15 % seiner Zeit fakturiert haben um die Kosten zu decken. Alles darüber ist Gewinn.
Beispiel 3 — Zielgewinn: Was brauche ich für 50.000 € Gewinn?
Fixkosten: 80.000 €/Jahr. Deckungsbeitrag: 40 €/Einheit. Zielgewinn: 50.000 €.
Menge = (80.000 + 50.000) / 40 = 130.000 / 40 = 3.250 Einheiten/Jahr
BEP-Menge wäre: 80.000 / 40 = 2.000. Die zusätzlichen 1.250 Einheiten generieren den Zielgewinn von 1.250 × 40 = 50.000 €. ✓
Deckungsbeitragsquote: Die Skalierbarkeit eines Geschäftsmodells
Die DB-Quote (= Deckungsbeitrag / Preis) zeigt wie viel von jedem Euro Umsatz nach Abzug der variablen Kosten übrig bleibt — und damit zur Fixkostendeckung beiträgt. Je höher, desto skalierbarer das Modell.
| DB-Quote | Einordnung | Typische Branchen | Skalierbarkeit |
|---|---|---|---|
| < 20 % | Niedrig — hohe variable Kosten | Lebensmittelhandel, Großhandel | Schwach — jeder Umsatz-€ kostet viel |
| 20–40 % | Mittel | Restaurant, Produktion, Handwerk | Moderat |
| 40–60 % | Gut | Beratung, Agentur, Handelsmargen | Solide |
| 60–80 % | Sehr gut | Software (klassisch), Dienstleistung | Stark |
| > 80 % | Exzellent — asset-light | SaaS, digitale Produkte, Lizenzen | Maximal — Skalierung ohne Grenzkosten |
⚠️ Häufiger Fehler: Fixkosten falsch zuordnen
Variable Kosten sind nur Kosten die direkt mit der produzierten Menge steigen und sinken. Gehälter sind oft Fixkosten — auch wenn sie leistungsabhängige Anteile haben. Marketingkosten können je nach Kampagnenstruktur fix oder variabel sein.
Falsch zugeordnete Kosten verfälschen den Break-Even massiv: Werden Fixkosten als variabel behandelt, unterschätzt man den BEP und plant zu optimistisch.
Sicherheitsmarge: Wie stabil ist dein Geschäft?
Die Sicherheitsmarge (Safety Margin) zeigt, um wie viel Prozent der Umsatz sinken kann, bevor der Break-Even unterschritten wird.
Sicherheitsmarge = (Ist-Umsatz − BEP-Umsatz) / Ist-Umsatz × 100
| Sicherheitsmarge | Bewertung | Bedeutung |
|---|---|---|
| > 33 % | 🟢 Sehr solide | Umsatz kann um ein Drittel fallen, kein Verlust |
| 20–33 % | 🟢 Gut abgesichert | Normaler konjunktureller Abschwung wird überstanden |
| 10–20 % | 🟡 Ausreichend | Wenig Puffer — Kostenkontrolle wichtig |
| < 10 % | 🔴 Riskant | Kleiner Nachfragerückgang = Verlust |
Häufige Fragen zum Break-Even
BEP-Menge = Anzahl der Einheiten bis zur Gewinnschwelle. BEP-Umsatz = BEP-Menge × Preis = der Erlös, der erzielt werden muss. Für Produktionsunternehmen ist die Menge relevanter (Kapazitätsplanung). Für Dienstleister und Händler ist der BEP-Umsatz praktischer — weil man Umsatzziele direkt vergleichen kann. Formel Direktweg: BEP-Umsatz = Fixkosten / Deckungsbeitragsquote.
Drei Stellschrauben — mit unterschiedlichem Hebel: 1. Preis erhöhen: Größte Hebelwirkung — jeder Preisanstieg erhöht den Deckungsbeitrag direkt. 2. Variable Kosten senken: Einkauf, Produktion, Lieferkette optimieren. 3. Fixkosten senken: Miete, Personal, Abonnements — wirkt sofort auf den BEP. Kombination aller drei ist am effektivsten: Wer Fixkosten um 10 % senkt und gleichzeitig den Preis um 5 % erhöht, kann den BEP drastisch nach unten verschieben.
Der Umsatz kann um 25 % sinken, bevor Verlust entsteht. Beispiel: Aktueller Umsatz 200.000 €, BEP-Umsatz 150.000 € → Sicherheitsmarge = (200.000 − 150.000) / 200.000 = 25 %. Branchenkontext: Im Einzelhandel mit dünnen Margen sind >15 % bereits gut. In der Softwarebranche (hohe DB-Quote) sollten >40 % machbar sein. Unter 10 % ist in den meisten Branchen ein Warnsignal.
Die Analyse ist statisch — sie gilt für einen bestimmten Zeitpunkt. Grenzen: 1) Bei mehreren Produkten mit unterschiedlichen Deckungsbeiträgen müssen Annahmen über den Produktmix getroffen werden. 2) Fixkosten sind nicht immer wirklich fix — bei großem Wachstum entstehen Sprungfixkosten (neue Halle, mehr Personal). 3) Skalierungseffekte (Mengenrabatte) senken variable Kosten mit steigender Menge. 4) Preise ändern sich — der BEP auch. Für dynamische Planung ist eine Szenarienanalyse mit mehreren BEPs sinnvoller.
Bei mehreren Produkten: gewichteten Durchschnitts-Deckungsbeitrag berechnen. Beispiel: Produkt A (60 % Umsatzanteil, DB 30 €) + Produkt B (40 % Umsatzanteil, DB 50 €) → Gewichteter DB = 0,60 × 30 + 0,40 × 50 = 18 + 20 = 38 €. BEP-Menge = Fixkosten / 38. Achtung: Der Produkt-Mix muss konstant angenommen werden — ändert er sich, ändert sich auch der BEP.
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Daniel Niedermayer
Geschäftsführer, Fixrechner.de
Zuletzt geprüft: April 2026
Grundlagen
- Deckungsbeitragsrechnung: Haberstock, Kosten- & Leistungsrechnung
- BMWK: Gründungsleitfaden Break-Even-Analyse
Unsere Methodik
BEP = Fix / (Preis − var. Kosten). Zielgewinn = (Fix + Gewinn) / DB. Mindestpreis = var. + Fix / Menge. Preis mit Zielmarge = (var. + Fix / Menge) / (1 − Marge / 100).
Mehr zur MethodikFixrechner.de – „Alles ist berechenbar“. Einziger DE-Break-Even-Rechner mit klassischem BEP-Diagramm, drei Berechnungsrichtungen und gestapeltem Szenarien-Chart.
BEP-Diagramm
Das klassische Umsatz-vs.-Kosten-Diagramm mit BEP-Markierung.
3 Berechnungsrichtungen
Menge, Zielgewinn und Preis-Optimierung in einem Tool.
Datenschutz
Alle Berechnungen lokal im Browser. Keine Datenspeicherung.
Letzte Aktualisierung: April 2026


