🏥 Übergangsgeld-Rechner 2026

Übergangsgeld bei Reha berechnen – Rentenversicherung, Unfallversicherung & mehr

Wie viel Übergangsgeld erhalten Sie während Ihrer Reha? Berechnen Sie Ihren täglichen und monatlichen Anspruch nach §§ 45–52 SGB IX – mit Schritt-für-Schritt-Nachweis, Einkommenslücke und Mindest-Übergangsgeld nach Qualifikationsgruppe.

🏥 Angaben zu Ihrer Situation
Rentenversicherung: Zahlt Übergangsgeld bei medizinischer und beruflicher Reha (§ 20 SGB VI). Voraussetzung: mind. 15 Jahre Beitragszeit oder Erfüllung der Wartezeit.
Ihr letztes regelmäßiges Bruttogehalt vor Beginn der Arbeitsunfähigkeit oder Reha. Max. Beitragsbemessungsgrenze RV 2026: 8.450 €/Monat.
Ihr Netto nach Steuern und Sozialabgaben (kein Kindergeld o. ä.). Die Berechnungsgrundlage ist auf das Netto begrenzt.
Urlaubs- und Weihnachtsgeld, Prämien etc. (beitragspflichtige Anteile). Wird mit 1/12 als Tageszuschlag berücksichtigt. Oft 0 eingeben, wenn keine Sonderzahlungen.
Maßgeblich: Anspruch auf Kindergeld oder Kinderfreibetrag nach § 32 EStG. Auch Stiefkinder im Haushalt oder Pflegepflicht des Ehegatten zählen.
Medizinische Reha: typisch 3–4 Wochen. Berufliche Reha (Umschulung): 1–3 Jahre möglich.

Was ist Übergangsgeld? Anspruch, Voraussetzungen und Träger

Das Übergangsgeld ist eine Entgeltersatzleistung, die während einer medizinischen oder beruflichen Rehabilitationsmaßnahme gezahlt wird — wenn kein Anspruch auf Entgeltfortzahlung durch den Arbeitgeber mehr besteht. Geregelt in §§ 45–52 SGB IX, gezahlt von verschiedenen Trägern je nach Ursache der Reha.

⚠️ Abgrenzung: Was ist was?

Übergangsgeld (§§ 45–52 SGB IX): Für Reha-Phasen — dieser Rechner

Überbrückungsgeld: Bei Entlassung aus Strafhaft — anderes Thema

Übergangshilfe: Eingliederungshilfe — anderes Thema

Anpassungsgeld: Im Bergbau — anderes Thema

Welcher Träger zahlt wann?

TrägerWann zuständigSatz ohne KindSatz mit Kind
Deutsche RentenversicherungMedizinische & berufliche Reha (§ 20 SGB VI)68 %75 %
Gesetzliche UnfallversicherungArbeitsunfall, Berufskrankheit68 %75 %
Bundesagentur für ArbeitBerufliche Reha bei Arbeitslosigkeit60 %67 %
KrankenkasseNur in Ausnahmefällen68 %75 %

Berechnungsformel — Schritt für Schritt

📐 Die 4 Berechnungsschritte

Schritt 1 — Regelentgelt: Bruttogehalt/Monat + Einmalzahlungen ÷ 12, max. Beitragsbemessungsgrenze RV (2026: 8.450 €/Monat)

Schritt 2 — Berechnungsgrundlage: 80 % des Regelentgelts, aber maximal das Nettogehalt

Schritt 3 — Tagesbetrag: Berechnungsgrundlage ÷ 30 × 68 % (ohne Kind) oder × 75 % (mit Kind)

Schritt 4 — Monatsbetrag: Tagesbetrag × 30

Rechenbeispiel 1 — Medizinische Reha, kein Kind

Bruttogehalt: 3.200 €/Monat · Nettogehalt: 2.080 €/Monat · Keine Kinder

Schritt 1: Regelentgelt = 3.200 € (keine Einmalzahlungen, unter BBG)

Schritt 2: Berechnungsgrundlage = 80 % × 3.200 = 2.560 € → Nettogehalt-Cap prüfen: 2.560 € > 2.080 € → Berechnungsgrundlage = 2.080 € (Netto ist niedriger)

Schritt 3: Tagesbetrag = 2.080 ÷ 30 × 0,68 = 47,15 €/Tag

Schritt 4: Monatsbetrag = 47,15 × 30 = 1.414,40 €/Monat

Rechenbeispiel 2 — Berufliche Reha, ein Kind

Bruttogehalt: 2.500 €/Monat · Nettogehalt: 1.720 €/Monat · 1 Kind

Schritt 1: Regelentgelt = 2.500 €

Schritt 2: 80 % × 2.500 = 2.000 € → Nettogehalt-Cap: 1.720 € < 2.000 € → Berechnungsgrundlage = 1.720 €

Schritt 3: 1.720 ÷ 30 × 0,75 = 43,00 €/Tag

Monatsbetrag = 1.290 €/Monat

Rechenbeispiel 3 — Wann greift die 80%-Regel (kein Netto-Cap)?

Bruttogehalt: 2.000 €/Monat · Nettogehalt: 1.500 €/Monat · Kein Kind

80 % von 2.000 € = 1.600 €. Nettogehalt: 1.500 € → 1.600 € > 1.500 € → Cap greift → Berechnungsgrundlage = 1.500 €

Wäre das Netto 1.700 €: 1.700 € > 1.600 → Cap greift nicht → Berechnungsgrundlage = 1.600 €. Der Cap schützt, dass kein Arbeitnehmer mehr Übergangsgeld bekommt als sein Nettogehalt.

Mindest-Übergangsgeld bei beruflicher Reha (§ 48 SGB IX)

Bei beruflicher Reha gibt es ein Mindest-Übergangsgeld damit Geringverdiener nicht zu wenig erhalten. Basis: fiktives Einkommen je nach Qualifikationsgruppe.

QualifikationsgruppeFiktives Einkommen/Tag (2026)Berechnungsgrundlage (65 %)ÜGeld/Tag (68 %)
Gruppe 1: Hochschulabschluss149,85 €97,40 €66,23 €
Gruppe 2: Fachschule / Meister112,35 € (75 %)73,03 €49,66 €
Gruppe 3: Ausbildung vorhanden89,88 € (60 %)58,42 €39,73 €
Gruppe 4: Keine Ausbildung74,90 € (50 %)48,69 €33,11 €

Bezugsgröße West 2026: 3.745 €/Monat = 124,83 €/Tag (§ 18 SGB IV).

Wie lange wird Übergangsgeld gezahlt?

RehaartDauerBesonderheit
Medizinische Reha (Kur)Dauer der Maßnahme (typisch 3–4 Wochen)Kein ÜGeld wenn Entgeltfortzahlung läuft
Berufliche Reha (Umschulung)Gesamte Maßnahmedauer (Monate bis Jahre)Anschluss-ÜGeld bis 3 Monate möglich
Anschluss-ÜbergangsgeldMax. 3 Monate60 % (ohne Kind) / 67 % (mit Kind)

Häufige Fragen zum Übergangsgeld

Wird Übergangsgeld versteuert?

Das Übergangsgeld selbst ist steuerfrei (§ 3 Nr. 6 EStG), unterliegt aber dem Progressionsvorbehalt: Es erhöht den Steuersatz auf Ihre übrigen Einkünfte im selben Steuerjahr. Wer im gleichen Jahr auch reguläres Einkommen hatte, muss in der Steuererklärung das Übergangsgeld in der Anlage N eintragen — das Finanzamt berechnet dann den erhöhten Steuersatz automatisch. Bei einem Jahr ausschließlich mit Übergangsgeld ohne weitere Einkünfte: kein steuerlicher Effekt.

Werden Sozialversicherungsbeiträge abgezogen?

Nein — Übergangsgeld wird brutto für netto ausgezahlt. Der Träger zahlt jedoch Beiträge zur Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung auf Basis des Übergangsgeldes direkt an die Versicherungen. Arbeitslosenversicherungsbeiträge werden nicht abgeführt. Die Reha-Zeit gilt trotzdem als Pflichtbeitragszeit in der Rentenversicherung — die Rentenpunkte werden gutgeschrieben.

Was passiert, wenn ich während der Reha nebenbei verdiene?

Nebeneinkommen wird auf das Übergangsgeld angerechnet wenn es 20 % des Übergangsgeldes übersteigt. Beispiel: Übergangsgeld 1.200 €/Monat, Freibetrag = 240 €. Verdienst 400 €/Monat: Anrechnung von 400 − 240 = 160 €. Übergangsgeld sinkt auf 1.040 €. Wichtig: Träger immer vorab informieren — nicht gemeldete Nebeneinkommen können zu Rückforderungen führen.

Kann ich gleichzeitig Krankengeld und Übergangsgeld beziehen?

Nein — Übergangsgeld verdrängt das Krankengeld. Sobald die Reha beginnt, wechselt die Zuständigkeit vom Krankengeld (Krankenkasse) zum Übergangsgeld (Rehaträger). In der Praxis: Wer Krankengeld bezieht und eine Reha bewilligt bekommt, erhält ab dem ersten Reha-Tag Übergangsgeld. Die Krankenkasse meldet den Wechsel an den Träger. Übergangsgeld ist meist höher als Krankengeld weil es 68 % statt 70 % — aber von einer günstigeren Berechnungsbasis berechnet wird.

Wann muss der Antrag gestellt werden?

So früh wie möglich — idealerweise vor Beginn der Rehamaßnahme. Der Rehaträger stellt häufig gleichzeitig mit der Reha-Bewilligung Informationen zum Übergangsgeld bereit. Bei der DRV: Antrag direkt zusammen mit dem Reha-Antrag (Formular G0100). Bei der BA: über die persönliche Beratung im Jobcenter. Rückwirkend ist eine Bewilligung möglich — aber verzögert die Auszahlung. Wichtige Frist: Übergangsgeld muss innerhalb von 4 Jahren nach dem Ende der Maßnahme beantragt werden.

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Daniel Niedermayer

Daniel Niedermayer

Geschäftsführer

Zuletzt geprüft am: 21. Januar 2026

Methodik & Werte 2026

BBG Rentenversicherung West 2026: 8.450 €/Monat (281,67 €/Tag). Bezugsgröße West 2026: 3.745 €/Monat (124,83 €/Tag). Sätze: 68 % (ohne Kind) / 75 % (mit Kind) nach § 46 Abs. 1 SGB IX. Mindest-ÜGeld: 65 % fiktives AE nach § 48 SGB IX.

Mehr zur Methodik

⚠️ Modellrechnung ohne Gewähr. Keine Rechts- oder Sozialberatung. Individuelle Bescheide können abweichen. Stand: 21. Januar 2026.