Aktien-Rechner: Gewinn, ROI & Break-Even berechnen
Kaufpreis, Verkaufspreis & Provisionen eingeben – Rendite und Mindestverkaufspreis sofort ermitteln
Dieser Aktien-Rechner berechnet aus Kaufpreis, Verkaufspreis, Anzahl und Provisionen den exakten Gewinn oder Verlust, den ROI (Return on Investment) sowie den Break-Even-Verkaufspreis – also den Mindestpreis, ab dem Sie nach Gebühren keinen Verlust machen. Provisionen lassen sich als fixer Betrag oder Prozentsatz eingeben.
💡 Formeln auf einen Blick
| Kaufkosten | = (Kaufpreis × Anzahl) + Kaufprovision |
| Verkaufserlös | = (Verkaufspreis × Anzahl) − Verkaufsprovision |
| Gewinn / Verlust | = Verkaufserlös − Kaufkosten |
| ROI | = (Gewinn ÷ Kaufkosten) × 100 |
| Break-Even | = (Kaufkosten + Verkaufsprovision) ÷ Anzahl |
Aktienrendite verstehen: Formeln, Szenarien, Steuern & Gebühren
Dieser Ratgeber erklärt alle Grundlagen, die Sie für die korrekte Berechnung Ihrer Aktienrendite brauchen: verifizierte Beispielrechnungen, Szenariomatrix, Gebührenvergleich, steuerliche Einordnung und FAQ.
Inhalt auf einen Blick
- 1) Kennzahlen erklärt: Gewinn, ROI, Break-Even, CAGR
- 2) Vollständige Beispielrechnung mit Rechenweg
- 3) Szenario-Matrix: Verlust bis Verdopplung
- 4) Gebührenvergleich: Flat-Fee vs. Prozentsatz
- 5) Steuerliche Einordnung: Kapitalertragsteuer & Freistellungsauftrag
- 6) Typische Rechenfehler beim Aktienhandel
- 7) FAQ: 10 Fragen mit Rechenweg
- 8) Weitere Finanz-Rechner
1) Kennzahlen erklärt: Gewinn, ROI, Break-Even, CAGR
Der absolute Ertrag in Euro: Verkaufserlös minus Kaufkosten (inkl. Provisionen beider Seiten). Zeigt, wie viel Sie nominal verdient oder verloren haben.
Der prozentuale Ertrag bezogen auf das eingesetzte Kapital. ROI = 100 % bedeutet Verdopplung. ROI ist zeitunabhängig – ob in 1 oder 10 Jahren erzielt, macht für den ROI keinen Unterschied.
Der Mindest-Verkaufspreis pro Aktie, bei dem Sie nach Abzug aller Provisionen weder Gewinn noch Verlust machen. Liegt immer etwas über dem Kaufpreis – wegen der Gebühren.
Der ROI verteilt sich gleichmäßig auf die Haltedauer. Formel: CAGR = (1 + ROI)1/Jahre − 1. Ein ROI von 62,18 % in 5 Jahren entspricht nur 10,15 % p.a. Für langfristige Vergleiche mit Benchmark (z. B. S&P 500) immer CAGR verwenden.
2) Vollständige Beispielrechnung mit Rechenweg
Das folgende Beispiel entspricht den Standardwerten im Rechner oben – alle Werte mit der exakten Formel verifiziert.
50 Aktien · Kaufpreis 16 € · Verkaufspreis 26 € · Provision je 0,80 € / 1,30 €
| Kaufwert | 50 × 16,00 € = 800,00 € |
| + Kaufprovision | + 0,80 € |
| Netto-Kaufkosten | 800,80 € |
| Verkaufswert | 50 × 26,00 € = 1.300,00 € |
| − Verkaufsprovision | − 1,30 € |
| Netto-Verkaufserlös | 1.298,70 € |
| Gewinn | 497,90 € |
| ROI | 497,90 ÷ 800,80 × 100 = 62,18 % |
| Break-Even-Preis | (800,80 + 1,30) ÷ 50 = 16,042 € |
Der Break-Even liegt nur 0,042 € über dem Kaufpreis – bei niedrigen Flat-Provisionen ist die Hürde minimal. Bei Prozentprovisionen steigt sie proportional zum Ordervolumen.
📌 ROI vs. CAGR beim Beispiel (62,18 % Gesamtrendite)
| Haltedauer 1 Jahr | CAGR = 62,18 % p.a. |
| Haltedauer 2 Jahre | CAGR = 27,35 % p.a. |
| Haltedauer 3 Jahre | CAGR = 17,49 % p.a. |
| Haltedauer 5 Jahre | CAGR = 10,15 % p.a. |
| Haltedauer 10 Jahre | CAGR = 4,95 % p.a. |
Gleicher Gewinn, aber sehr unterschiedliche jährliche Rendite – deshalb immer Haltedauer beim Vergleich angeben.
3) Szenario-Matrix: Von Verlust bis Verdopplung
Basis: 50 Aktien, Kaufpreis 16,00 €, Kaufprovision 0,80 €, Verkaufsprovision 1,30 € (fix). Kaufkosten: 800,80 €.
| Szenario | Verkaufspreis | Kursveränderung | Gewinn / Verlust | ROI |
|---|---|---|---|---|
| Starker Verlust | 12,80 € | −20 % | −162,10 € | −20,24 % |
| Leichter Verlust | 14,40 € | −10 % | −82,10 € | −10,25 % |
| Break-Even | 16,04 € | +0,25 % | ≈ 0 € | ≈ 0 % |
| Kleiner Gewinn | 17,60 € | +10 % | +77,90 € | +9,73 % |
| Guter Gewinn | 20,00 € | +25 % | +197,90 € | +24,71 % |
| Originalbeispiel | 26,00 € | +62,5 % | +497,90 € | +62,18 % |
| Kurs-Verdopplung | 32,00 € | +100 % | +797,90 € | +99,64 % |
| Kurs ×3 | 48,00 € | +200 % | +1.597,90 € | +199,54 % |
Der ROI liegt immer leicht unter der Kursveränderung – weil die Provisionen die Basis erhöhen. Bei höherem Ordervolumen fällt dieser Unterschied kaum ins Gewicht.
4) Gebührenvergleich: Flat-Fee vs. Prozentsatz
Die Provisionsstruktur beeinflusst Break-Even und ROI – besonders bei kleinen Ordervolumen. Basis: 50 Aktien, Kauf 16 €, Verkauf 26 €.
| Provisionsmodell | Netto-Gewinn | ROI | Break-Even |
|---|---|---|---|
| 0 € / 0 € (Neo-Broker, z. B. Trade Republic) | 500,00 € | 62,50 % | 16,000 € |
| 0,80 € / 1,30 € fix (Originalbeispiel) | 497,90 € | 62,18 % | 16,042 € |
| 5 € / 5 € fix (klassischer Online-Broker) | 490,00 € | 60,87 % | 16,200 € |
| 10 € / 10 € fix (teures Depot) | 480,00 € | 59,26 % | 16,400 € |
| 0,5 % / 0,5 % (Prozent-Modell) | 489,50 € | 60,88 % | 16,161 € |
| 1,0 % / 1,0 % (Prozent-Modell) | 479,00 € | 59,28 % | 16,323 € |
| 1,5 % / 1,5 % (Prozent-Modell) | 468,50 € | 57,70 % | 16,487 € |
💡 Wann lohnt Flat-Fee, wann Prozentsatz?
Kipp-Punkt Flat 5 € vs. 1 % Provision: Bei einem Ordervolumen von 500 € sind beide gleich teuer. Unter 500 € ist die Prozent-Provision günstiger, darüber die Flat-Fee. Kipp-Punkt Flat 10 € vs. 0,5 %: Bei 2.000 € Ordervolumen. Bei kleinen Sparplänen (z. B. 25 €/Monat) sind Prozentmodelle oft vorteilhafter.
5) Steuerliche Einordnung: Kapitalertragsteuer & Freistellungsauftrag
Der Rechner oben berechnet den Vorsteuer-Gewinn. In Deutschland fällt auf realisierte Kursgewinne die Kapitalertragsteuer an.
| Steuerart | Satz | Auf was? | Beim Beispiel (497,90 €) |
|---|---|---|---|
| Kapitalertragsteuer (KESt) | 25 % | Kursgewinn | 124,47 € |
| Solidaritätszuschlag | 5,5 % auf KESt | KESt-Betrag | 6,85 € |
| Kirchensteuer (optional) | 8–9 % auf KESt | KESt-Betrag | 9,96–11,20 € |
| Gesamt (ohne Kirche) | 26,375 % | 131,32 € | |
| Netto nach Steuer | 366,58 € |
Freistellungsauftrag: Wann zahlen Sie keine Steuer?
| Freistellungsauftrag Einzelperson (ab 2024) | 1.000 € / Jahr |
| Freistellungsauftrag Ehepaare (ab 2024) | 2.000 € / Jahr |
| Beispiel-Gewinn 497,90 € | Unter dem Freibetrag → keine Steuer |
| Bei Gewinn >1.000 € (Einzelperson) | Nur der übersteigende Betrag wird besteuert |
⚠️ Verlustverrechnung
Realisierte Verluste aus Aktienverkäufen können mit Gewinnen im selben Jahr verrechnet werden (§20 EStG). Verbleibende Verluste werden in einen Verlustverrechnungstopf eingetragen und automatisch mit künftigen Gewinnen verrechnet. Seit 2021 können Verluste aus Aktiengeschäften jedoch nur noch mit Gewinnen aus Aktiengeschäften verrechnet werden – nicht mehr mit Zins- oder anderen Kapitalerträgen.
6) Typische Rechenfehler beim Aktienhandel
| Fehler | Konsequenz | Richtig machen |
|---|---|---|
| Provision nur beim Kauf einrechnen | Break-Even zu niedrig berechnet | Beide Seiten (Kauf + Verkauf) berücksichtigen |
| ROI ohne Haltedauer angeben | Nicht vergleichbar mit anderen Anlagen | CAGR (jährliche Rendite) berechnen |
| Steuer ignorieren | Nachsteuer-Rendite 20–27 % niedriger | KESt + SolZ (26,375 %) vom Gewinn abziehen |
| Prozent-Provision falsch berechnen | Break-Even verschoben | Auf Basis des tatsächlichen Ordervolumens rechnen |
| Freistellungsauftrag vergessen | Bank behält Steuer ein, obwohl nicht nötig | Freistellungsauftrag bis 1.000 € beim Broker einrichten |
| Spread (Geld-Brief-Spanne) ignorieren | Tatsächlicher Kaufpreis höher als Kurs | Beim Market-Order-Handel Spread als versteckte Kosten einkalkulieren |
7) FAQ: 10 Fragen mit Rechenweg
Wie wird der ROI bei Aktien berechnet?
ROI = (Gewinn ÷ Kaufkosten) × 100. Kaufkosten inkl. Provision: 50 × 16 € + 0,80 € = 800,80 €. Gewinn: 1.298,70 € − 800,80 € = 497,90 €. ROI = 497,90 ÷ 800,80 × 100 = 62,18 %.
Was ist der Unterschied zwischen ROI und CAGR?
Der ROI ist die Gesamtrendite, unabhängig von der Zeit. Der CAGR (Compound Annual Growth Rate) gibt an, welche jährliche Rendite denselben Endwert ergeben würde: CAGR = (1 + ROI/100)1/Jahre − 1. Beispiel: ROI 62,18 % in 5 Jahren = 10,15 % CAGR p.a. Für Vergleiche mit Zinssätzen oder Fonds immer CAGR verwenden.
Was ist der Break-Even-Verkaufspreis?
Der Mindest-Verkaufspreis, bei dem der Verkaufserlös exakt die Kaufkosten deckt – nach Abzug beider Provisionen. Formel: (Kaufkosten + Verkaufsprovision) ÷ Anzahl. Beispiel: (800,80 + 1,30) ÷ 50 = 16,042 €. Erst ab diesem Preis erzielen Sie einen Nettogewinn.
Kann ich sowohl fixe als auch prozentuale Provisionen eingeben?
Ja – für Kauf und Verkauf separat wählbar. Bei prozentualem Modell gilt: Provision = Ordervolumen × Prozentsatz. Beispiel: 1 % auf 800 € = 8 €. Diese erhöht die Kaufkosten und damit den Break-Even stärker als eine Flat-Fee von 0,80 €.
Wie viel Steuer fällt auf einen Aktiengewinn von 500 € an?
Wenn der Freistellungsauftrag (1.000 €/Jahr, Einzelperson) noch nicht ausgeschöpft ist: keine Steuer. Ist der Freibetrag bereits ausgeschöpft: KESt 25 % = 125 € + SolZ 5,5 % auf KeSt = 6,88 € → Gesamt 131,88 € (26,375 %). Netto-Gewinn nach Steuer: ca. 368 €.
Ab wann lohnt sich eine Flat-Fee gegenüber einer Prozentprovision?
Kipp-Punkt: Flat-Fee ÷ Prozentsatz = Ordervolumen, bei dem beide gleich teuer sind. Flat 5 € vs. 1 %: Kipp-Punkt bei 500 €. Flat 10 € vs. 0,5 %: Kipp-Punkt bei 2.000 €. Über dem Kipp-Punkt ist die Flat-Fee günstiger. Bei Kleinsparplänen (<500 €) sind Prozentmodelle oder Gratisbroker besser.
Wie berechne ich den Gewinn bei Dividenden?
Dieser Rechner berücksichtigt nur Kursgewinne. Gesamtrendite = Kursrendite + Dividendenrendite. Für die Dividendenrendite: Dividende pro Aktie ÷ Kaufpreis × 100. Den Dividendenrechner nutzen, um Ausschüttungen separat zu berechnen und zur Gesamtrendite zu addieren.
Was bedeutet ein negativer ROI?
Der Verkaufserlös liegt unterhalb der Kaufkosten – Sie haben einen Verlust realisiert. Beispiel: Kauf 16 €, Verkauf 12,80 € (−20 %): ROI = −20,24 %. Der ROI ist dabei minimal negativer als die reine Kursveränderung, weil die Provisionen die Kaufkosten erhöhen. Realisierte Verluste können steuerlich mit Gewinnen aus anderen Aktiengeschäften verrechnet werden.
Was ist der Spread und wie beeinflusst er den Break-Even?
Der Spread ist die Differenz zwischen Geldkurs (was der Käufer zahlt) und Briefkurs (was der Verkäufer erhält). Bei liquiden DAX-Aktien typischerweise 0,01–0,05 €/Aktie. Bei kleinen Titeln oder außerbörslichem Handel kann er 0,5–2 % betragen. Im Rechner ist der Spread nicht direkt eingebbar – er erhöht den tatsächlichen Kaufpreis, was den Break-Even weiter nach oben verschiebt.
Kann ich den Rechner für ETFs, Fonds oder Krypto verwenden?
Ja – die Formel gilt für jedes Wertpapier, bei dem Kauf- und Verkaufspreis pro Einheit bekannt sind: ETFs, Einzelaktien, Anleihen, Rohstoffe oder Kryptowährungen. Für ETF-Sparpläne mit mehreren Käufen zu unterschiedlichen Preisen empfiehlt sich der CAGR-Rechner für die Gesamtrendite.
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Daniel Niedermayer
Geschäftsführer
Zuletzt geprüft am: 09. März 2026
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Letzte Aktualisierung: 09. März 2026