Build vs. Buy Rechner – Software kaufen oder entwickeln?

TCO-Vergleich mit Crossover-Chart · Strategie-Scoring · Klare Empfehlung

Build (Eigenentwicklung) oder Buy (Standardsoftware / SaaS kaufen)? Dieser Rechner kombiniert einen vollständigen TCO-Kostenvergleich mit einem Strategie-Scoring und zeigt im Crossover-Chart, ab welchem Jahr welche Option günstiger ist.

Typische Szenarien zum Starten:
Mittelstand CRM Startup MVP Enterprise ERP
1. Kostenvergleich (TCO)
BUILD – Eigenentwicklung
Design, Coding, Testing, Projektmanagement
BUY – Software kaufen / SaaS
Monatliche Nutzungsgebühr / Abo
Wie lange planen Sie, die Lösung zu nutzen?
2. Strategie-Faktoren (Qualitative Analyse)

Bewerten Sie 5 strategische Faktoren (1 = niedrig, 5 = sehr hoch). Diese fließen neben den Kosten in die Empfehlung ein.

Strategische Differenzierung
Hoch → BUILD
Time-to-Market-Dringlichkeit
Hoch → BUY
Interne IT-Kapazität
Hoch → BUILD
Spezifische Anforderungen
Hoch → BUILD
Vendor Lock-in Risiko
Hoch → BUILD

Build vs. Buy: Die wichtigste Software-Entscheidung im Unternehmen

„Kaufen oder selbst entwickeln?“ ist keine technische, sondern eine strategisch-finanzielle Entscheidung. Wer nur den Angebotspreis vergleicht, verliert. Entscheidend ist der TCO (Total Cost of Ownership) über die gesamte Nutzungsdauer — und die Frage: Schafft diese Software einen messbaren Wettbewerbsvorteil, oder unterstützt sie nur einen Standardprozess?

🎯 Die entscheidende Frage vor jeder Analyse

Ist dieser Prozess/diese Funktion Teil des Geschäftsmodells oder Commodity? Buchhaltung, HR-Verwaltung, E-Mail → Commodity → Buy. Algorithmus der Kernprodukt differenziert, proprietäre Datenauswertung → strategisch → Build erwägen.

Die vier Optionen — nicht nur zwei

Der Markt bietet heute mehr als nur Build oder Buy. Die vier realen Optionen:

OptionBeschreibungWann sinnvoll?
BuildEigenentwicklung mit internem oder externem TeamKernkompetenz, hohe Spezifität, langfristige Differenzierung
Buy (SaaS/Lizenz)Fertige Standardsoftware kaufen oder abonnierenCommodity-Prozesse, schnelles Time-to-Market
ConfigureLow-Code/No-Code-Plattform (Salesforce, Power Apps)Anpassungsbedarf vorhanden, aber kein Kernprozess
HybridStandardsoftware + Eigenentwicklung für kritische TeileKern = Build, Peripherie = Buy

TCO: Die versteckten Kosten beider Optionen

KostenartBUILDBUY
Initial (einmalig)Entwicklung, Testing, Deployment, DokumentationLizenz/Setup, Einführung, Datenmigration, Anpassung
Laufend (monatlich)Wartung, Betrieb, Hosting, IT-PersonalAbo/Lizenz, Support-Tier, Add-ons, Skalierungskosten
Versteckte KostenScope Creep, Bug-Fixes, Feature-Nachrüstung, RecruitingVendor Lock-in, Prozessanpassung, Preiserhöhungen, Abhängigkeiten
OpportunitätskostenIT-Kapazität monatelang gebundenKeine strategische Differenzierung möglich
Exit-KostenNiedrig (eigener Code)Hoch bei Lock-in (Datenmigration, Neueinführung)

Der Crossover-Punkt: Wann wird Build günstiger?

In den meisten Analysen ist Buy am Anfang günstiger — weil die Entwicklungskosten fehlen. Irgendwann überkreuzen sich die kumulativen Kostenkurven. Dieser Crossover-Punkt entscheidet die Wahl.

Beispiel: CRM für 50 Mitarbeiter

Buy (Salesforce, ~€80/User/Monat): Einrichtung €15k + €48k/Jahr laufend = Jahr 5: ~€255k total

Build (internes Team): Entwicklung €120k + €20k/Jahr Wartung = Jahr 5: ~€220k total

Crossover: ~Jahr 3 — davor ist Buy günstiger, danach Build

Entscheidend: Brauchen wir wirklich ein Custom-CRM, oder tut Salesforce seinen Job? Wenn es nur Kontaktverwaltung ist → Buy. Wenn der Vertriebsprozess Kernkompetenz und hochspezifisch ist → Build erwägen.

Wann ist BUILD die richtige Wahl?

Nicht weil man es kann — sondern weil es strategisch Sinn ergibt. Kritische Kriterien:

KriteriumBedeutung
WettbewerbsvorteilSoftware ist Teil des Produkts oder schafft messbaren Vorsprung
Hochspezifische AnforderungenKein Standardprodukt erfüllt >80 % der Anforderungen
Datenhoheit / ComplianceRegulatorische Vorgaben erlauben keine externe Lösung
IT-Kapazität vorhandenStarkes internes Team mit freier Kapazität
Langfristige TCOCrossover-Punkt liegt innerhalb der geplanten Nutzungsdauer

Wann ist BUY die richtige Wahl?

KriteriumBedeutung
Commodity-ProzessBuchhaltung, HR, E-Mail, Kalender — kein Differenzierungspotenzial
Time-to-MarketMarktfenster ist eng — Eigenentwicklung dauert zu lang
Kein starkes IT-TeamRecruiting und Aufbau würden TCO deutlich erhöhen
Reife StandardlösungenMarkt hat ausgereifte Produkte mit großer Community
Kurzfristiger HorizontCrossover-Punkt liegt außerhalb der Planungsperiode

Die häufigsten Fehler bei Build vs. Buy

⚠️ Die 5 teuersten Denkfehler

1. Nur Initialkosten vergleichen — Laufende Kosten und Exit-Kosten werden systematisch unterschätzt.

2. „Wir können das selbst bauen“ — Technische Machbarkeit ≠ wirtschaftliche Sinnhaftigkeit.

3. Vendor Lock-in ignorieren — Nach 3 Jahren SaaS mit propietären Daten ist der Exit teuer.

4. Opportunitätskosten vergessen — Entwicklerzeit für internes Tool fehlt für Kernprodukt.

5. Keine Inflations-/Preisanpassung — SaaS-Preise steigen typisch 5–15 % p.a. — langfristige TCO oft massiv unterschätzt.

Häufige Fragen zu Build vs. Buy

Was ist der Crossover-Point bei Build vs. Buy?

Der Crossover-Point ist das Jahr, in dem kumulative Gesamtkosten beider Optionen gleich hoch sind. Davor ist Buy meist günstiger (niedrigere Initialkosten), danach oft Build (einmalige Entwicklung ist gedeckt, Buy zahlt weiter monatlich). Der Rechner zeigt diesen Schnittpunkt grafisch. Liegt der Crossover bei Jahr 8 und du planst 5 Jahre → Buy gewinnt. Liegt er bei Jahr 3 → Build kann sich lohnen.

Soll ich TCO über 3, 5 oder 10 Jahre berechnen?

Faustregel: Nutze den Zeitraum, für den du tatsächlich planst. SaaS-Tools: 3–5 Jahre (Technologie ändert sich schnell). ERP/Kerninfrastruktur: 7–10 Jahre. Wichtig: Bei Build-Entscheidungen immer mindestens 5 Jahre rechnen, da die Amortisation der Entwicklungskosten Zeit braucht. Bei SaaS auch Preiserhöhungen einkalkulieren: typisch 5–15 % p.a.

Was ist die „Configure“-Option — und wann wähle ich sie?

Configure = Low-Code/No-Code-Plattformen wie Salesforce, ServiceNow, Microsoft Power Apps, Airtable. Vorteile: Flexibilität ähnlich wie Build bei schnellerer Implementierung ähnlich wie Buy. Nachteile: Plattform-Lock-in oft noch stärker als bei klassischem SaaS, Kosten skalieren mit Komplexität stark. Sinnvoll wenn: Anpassungsbedarf vorhanden, aber kein Kernprozess — z.B. internes Tracking-Tool, Workflow-Automatisierung, Kundenportale.

Wie bewerte ich Vendor Lock-in finanziell?

Lock-in-Kosten = Migrations-/Exit-Kosten falls Wechsel nötig wird. Schätze: Datenmigration (Umfang der proprietären Datenformate), Re-Training der Mitarbeiter, Neulizenzierung, Anpassung von Integrationen. Bei kritischer Software mit proprietären Daten können Exit-Kosten 6–18 Monate Lizenzkosten entsprechen. Diese Kosten in die TCO einpreisen — als gewichtete Wahrscheinlichkeit eines Wechsels.

Was ist mit Open Source — ist das Build oder Buy?

Open Source ist weder klassisches Build noch Buy — es ist eine Hybrid-Option: Lizenz meist kostenlos, aber Implementierung, Anpassung, Hosting und Support sind Eigenaufwand. TCO von Open Source wird oft massiv unterschätzt: eine Enterprise-Instanz (z.B. Kubernetes, Elasticsearch) kann mehr interne Kapazität binden als ein SaaS-Äquivalent. In den Rechner als „Build“ mit niedrigen Initialkosten, aber realen Wartungskosten eintragen.

🔗 Passende weitere Rechner

Break-Even-Rechner — wann amortisiert sich eine Investition · Kapitalwert (NPV) — Investitionsentscheidung mit Abzinsung · ROI-Rechner — Return on Investment berechnen · CAGR-Rechner — Wachstumsrate über Zeit

Vertrauen Sie unserer Expertise

Daniel Niedermayer

Daniel Niedermayer

Geschäftsführer, Fixrechner.de

Zuletzt geprüft: April 2026

Grundlagen

  • Gartner Research: Total Cost of Ownership Framework für Software-Entscheidungen
  • Marsiglia: „Should You Build or Buy New Software?“ (Referenzframework)

Unsere Methodik

TCO_Build = Entwicklung + Setup + n×12×(Wartung + Betrieb). TCO_Buy = Einführung + Anpassung + n×12×(Lizenz + Support). Crossover: Schnittpunkt beider Geraden. Qualitative Score: gewichtete Summe aus 5 strategischen Faktoren.

Mehr zur Methodik

4,9 von 5 Sternen

Basierend auf über 1.893 echten Nutzerbewertungen

Nutzerbefragung auf fixrechner.de – April 2026

Daniel G.

Die Qualität der Rechner ist enorm, und das kostenlos. Besten Dank.

Daniel G.

Head of Sales & Business Development

Sabine K.

Neben den Rechnern für den Arbeitsalltag finde ich auch die rund um die eigene Finanzplanung sehr hilfreich.

Sabine K.

Agentur Geschäftsführerin

Jeremiah H.

Ich schätze die Genauigkeit und Benutzerfreundlichkeit dieser Rechner sehr.

Jeremiah H.

 

Fixrechner.de – „Alles ist berechenbar“. Einziger DE-Build-vs-Buy-Rechner mit Crossover-Chart, vollständigem TCO und qualitativem Strategie-Scoring in einem Tool.

Crossover-Chart

Ab welchem Jahr wird welche Option günstiger? Visuell auf einen Blick.

Strategie-Scoring

5 qualitative Faktoren fließen in die Empfehlung ein.

Datenschutz

Alle Berechnungen lokal im Browser. Keine Datenspeicherung.

Letzte Aktualisierung: April 2026