🕊️ Bestattungskosten-Rechner

Was kostet eine Beerdigung? Kosten transparent berechnen

Die Kosten einer Beerdigung sind von vielen Faktoren abhängig – Bestattungsart, Grabstelle, Region und persönliche Wünsche. Dieser Rechner gibt Ihnen eine transparente Kostenübersicht als erste Orientierung, damit Sie in dieser schwierigen Zeit informierte Entscheidungen treffen können.

Typische Szenarien als Ausgangspunkt
🌿 Einfache Feuerbestattung
Urne · einfacher Sarg · kleine Feier
🌸 Klassische Erdbestattung
Standardsarg · Grabstein · Trauerfeier
🌊 Seebestattung
Einäscherung + Verstreuung auf See
🌳 Waldbestattung
Urne am Baum · ohne Grabpflege
🤍 Anonyme Bestattung
Günstigste Option · kein Grabstein
Bestattungsart
Ausstattung & Leistungen

📊 Bestattungskosten im Überblick – Richtwerte Deutschland 2025

Bestattungsart Günstig Typisch Aufwändig Was ist enthalten?
🤍 Anonyme Feuerbestattung 1.000 € 1.500–2.500 € 3.000 € Einäscherung, Urne, Beisetzung auf Gemeinschaftsfläche, kein Grabstein
🔥 Feuerbestattung (mit Grabstelle) 3.000 € 4.000–6.000 € 9.000 € Einäscherung, Urne, Grabstelle, Grabstein, einfache Trauerfeier
⚰️ Erdbestattung (einfach) 5.000 € 7.000–10.000 € 15.000 € Sarg, Grabstelle, Grabstein, Trauerfeier, Grabpflege
⚰️ Erdbestattung (gehoben) 8.000 € 12.000–18.000 € 25.000 €+ Hochwertiger Sarg, Familiengrabstätte, Grabmal, große Trauerfeier
🌊 Seebestattung 1.500 € 2.500–4.000 € 6.000 € Einäscherung, Fahrt, Verstreuung auf See, kein Grab (gesetzlich)
🌳 Waldbestattung (FriedWald etc.) 2.000 € 3.000–5.000 € 7.000 € Einäscherung, biologisch abbaubare Urne, Baumpacht für 99 Jahre

Quellen: Bundesverband Deutscher Bestatter, Stiftung Warentest Bestattungskosten-Studie. Regionale Unterschiede erheblich – Großstädte (München, Hamburg, Berlin) ca. 20–40 % teurer.

🔍 Einzelposten: Was kostet was?

KostenpostenVonBisHinweis
Leistungen Bestattungsunternehmen1.500 €5.000 €Überführung, Versorgung, Organisation – ca. 1/3 der Gesamtkosten
Einäscherung (Krematorium)500 €1.500 €Nur bei Feuer-/See-/Waldbestattung
Sarg (einfach bis hochwertig)800 €4.000 €Preisvergleich sehr empfehlenswert
Urne100 €800 €Preis stark von Material abhängig
Grabstelle / Friedhofsgebühren1.000 €6.000 €Ca. 1/3 der Gesamtkosten; regional sehr verschieden
Beisetzungsgebühr (Friedhof)300 €1.000 €Einmalige Gebühr der Gemeinde/des Friedhofs
Grabnutzungsgebühr (Laufzeit 20–30 J.)500 €5.000 €Vorauszahlung für die Ruhezeit
Grabstein / Grabmal500 €5.000 €Durchschnitt ca. 2.000 € – Steinmetzvergleich lohnt
Grabpflege (laufend / Dauerpflege)300 €/J.7.000 € (20 J.)Eigenleistung spart erheblich
Trauerfeier / Leichenschmaus300 €4.000 €Ca. 60 € pro Person als Richtwert
Blumenschmuck / Kränze150 €800 €Trauergäste bringen oft eigene Kränze
Trauerredner / Pfarrer / Kirchengebühr200 €600 €Kirchliche Bestattung kann günstiger sein
Traueranzeige (Zeitung)200 €800 €Online-Anzeigen deutlich günstiger
Sterbeurkunden / Totenschein50 €200 €Mehrere Ausfertigungen empfehlenswert

Gesamtkosten über 20 Jahre: Was eine Bestattung wirklich kostet

Der einmalige Bestattungspreis ist nur ein Teil der Wahrheit. Wer ein Erdgrab wählt, zahlt über die Ruhezeit von 20–30 Jahren weitere Kosten — Grabpflege, Grabgebühren, Grabsteinsanierung. Diese Langfristbetrachtung fehlt in den meisten Kostenübersichten:

Bestattungsart Einmalige Kosten Laufende Kosten (20 J.) Gesamtkosten 20 Jahre Besonderheit
Anonyme Feuerbestattung 1.500–2.500 € 0 € 1.500–2.500 € Keine Grabpflege nötig
Waldbestattung 3.000–5.000 € ~0 € (Baum inklusive) 3.000–5.000 € Baumpacht 99 Jahre inkludiert
Seebestattung 2.500–4.000 € 0 € 2.500–4.000 € Kein Grab, keine Folgekosten
Feuerbestattung (Urnengrab) 4.000–6.000 € 2.000–6.000 € (Pflege) 6.000–12.000 € Eigenleistung reduziert Kosten stark
Erdbestattung (einfach) 7.000–10.000 € 6.000–14.000 € (Pflege + Gebühren) 13.000–24.000 € Grabpflege = größter Kostentreiber
Erdbestattung (gehoben) 12.000–18.000 € 8.000–20.000 € 20.000–38.000 € Familiengrabstätte verlängerbar

💡 Der versteckte Kostentreiber: Grabpflege

Eine professionelle Dauerpflege beim Friedhofsgärtner kostet 400–700 €/Jahr. Über 20 Jahre sind das 8.000–14.000 € — oft mehr als die Bestattung selbst. Eigenleistung durch Angehörige reduziert diesen Posten auf die reinen Friedhofsgebühren (100–300 €/Jahr). Das macht über 20 Jahre einen Unterschied von bis zu 8.000 €.

Regionale Preisunterschiede: Was zahlt man wo?

Bestattungskosten variieren in Deutschland erheblich — abhängig von Stadt/Land und Bundesland. Die Friedhofsgebühren sind kommunal festgesetzt, die Bestatterpreise spiegeln das lokale Lohnniveau.

RegionEinfache FeuerbestattungEinfache ErdbestattungFaktor ggü. Bundesdurchschnitt
München5.500–8.000 €12.000–18.000 €ca. +40 %
Hamburg / Frankfurt4.500–7.000 €10.000–15.000 €ca. +25 %
Berlin3.500–6.000 €8.000–13.000 €ca. +10 %
Bundesdurchschnitt3.000–5.000 €7.000–10.000 €± 0 %
Ländliche Regionen NRW/BY2.500–4.000 €6.000–9.000 €ca. −15 %
Ostdeutschland (außer Berlin)2.000–3.500 €5.000–8.000 €ca. −25 %

Richtwerte auf Basis Stiftung Warentest Bestattervergleich und kommunaler Friedhofsgebührenordnungen. Für verbindliche Preise immer mindestens 3 lokale Angebote einholen.

Checkliste: Was wann tun nach dem Todesfall?

In den ersten Stunden und Tagen nach einem Todesfall müssen viele Entscheidungen gleichzeitig getroffen werden — oft in einer emotional schweren Situation. Diese Checkliste gibt Orientierung:

Erste 24 Stunden

✔ Arzt benachrichtigen (Totenschein ausstellen lassen — Pflicht)
✔ Bestattungsunternehmen beauftragen (Überführung, erste Schritte)
✔ Engste Angehörige und Freunde informieren
✔ Arbeitgeber des Verstorbenen benachrichtigen
✔ Bankkonten sichern (Daueraufträge prüfen, ggf. einfrieren lassen)

Erste 3 Tage

✔ Sterbeurkunde beim Standesamt beantragen (mind. 5–10 Ausfertigungen)
✔ Testament / Erbvertrag beim Nachlassgericht einreichen
✔ Krankenversicherung kündigen / umschreiben
✔ Rentenversicherung informieren (Rentenzahlung endet zum Sterbemonat)
✔ Bestattungsart und Beerdigung mit Bestatter konkret planen

Erste 2 Wochen

✔ Konten und Depots ummelden / auflösen (Erbschein nötig wenn kein Kontovollmacht)
✔ Verträge kündigen: Miete, Strom, Internet, Abonnements, Zeitungen
✔ Versicherungen informieren: Lebens-, Unfall-, Kfz-Versicherung
✔ Witwenrente / Waisengeld beantragen (Deutsche Rentenversicherung)
✔ Sterbegeldversicherung oder -vorsorgevertrag einlösen
✔ Steuerliche Angelegenheiten klären (letzte Einkommensteuererklärung)

⚠️ Achtung: Erbe ausschlagen

Wenn der Verstorbene Schulden hinterließ, kann die Erbschaft ausgeschlagen werden. Frist: 6 Wochen ab Kenntnis des Erbfalls (beim Nachlassgericht). Wichtig: Auch wer das Erbe ausschlägt, bleibt zur Bestattung verpflichtet — muss die Kosten aber nicht selbst tragen wenn kein Nachlass vorhanden (dann: Sozialamt, §74 SGB XII).

Bestattungskosten steuerlich absetzen

Zwei Möglichkeiten der steuerlichen Berücksichtigung

1. Außergewöhnliche Belastung (§33 EStG): Wenn die Bestattungskosten das Erbe übersteigen und du sie aus eigener Tasche zahlst, können sie als außergewöhnliche Belastung in der Steuererklärung geltend gemacht werden. Das Finanzamt erkennt bis zu 7.500 € als angemessen an. Es gilt eine zumutbare Eigenbelastung (abhängig von Einkommen und Familienstand).

2. Erbschaftsteuer (§10 Abs. 5 ErbStG): Werden die Kosten aus dem Nachlass bezahlt, können pauschal 10.300 € ohne Einzelnachweis von der Erbschaftsteuerbemessungsgrundlage abgezogen werden. Bei höheren tatsächlichen Kosten: Belege aufbewahren und einzeln geltend machen.

Wer muss die Bestattungskosten zahlen?

SituationWer zahlt?
Nachlass vorhandenZunächst aus dem Erbe des Verstorbenen
Nachlass reicht nichtUnterhaltspflichtige Angehörige: Ehepartner, Kinder, Eltern
Kein Nachlass, keine zahlungsfähigen AngehörigenSozialamt übernimmt notwendige Mindestkosten (§74 SGB XII)
Erbe ausgeschlagenTrotzdem kostentragungspflichtig (Bestattungspflicht bleibt)

Hilfe vom Sozialamt (§74 SGB XII)

Wenn weder der Nachlass noch die Angehörigen die Bestattungskosten tragen können, übernimmt das Sozialamt die Kosten einer würdigen einfachen Bestattung. Extras wie aufwändige Grabsteine oder große Trauerfeiern werden nicht übernommen. Das Sozialamt sollte vor der Beauftragung des Bestatters kontaktiert werden — nachträgliche Erstattungen sind deutlich schwieriger durchzusetzen.

Wo kann man bei Bestattungskosten sparen?

KostenpostenSparmöglichkeitMögliche Ersparnis
BestattungsunternehmenMindestens 3 Angebote einholen (Stiftung Warentest empfiehlt Preisvergleich)500–2.000 €
SargEinfachere Ausführung wählen — Qualität bei Einäscherung für das Ergebnis irrelevant500–2.000 €
GrabpflegeEigenleistung statt Dauerpflege beim Friedhofsgärtner2.000–8.000 € (20 J.)
TraueranzeigeOnline statt gedruckte Zeitung; nur wichtige Medien200–500 €
TrauerfeierKleiner Kreis; selbst organisiert statt vollständiges Catering500–2.000 €
BestattungsformFeuer- oder Waldbestattung statt Erdbestattung (geringere Langzeitkosten)5.000–15.000 € (20 J.)
ZeitpunktNicht am Wochenende oder Feiertag bestellen — Zuschläge von 20–30 % möglich300–800 €

Bestattungsvorsorge: Wie viel kostet monatliche Absicherung?

Eine Sterbegeldversicherung oder ein Bestattungsvorsorgevertrag schützt Angehörige davor, die Kosten kurzfristig aus eigener Tasche zahlen zu müssen. Die monatlichen Beiträge richten sich nach Alter, Gesundheit und gewünschter Absicherungssumme:

EinstiegsalterAbsicherung 5.000 €Absicherung 8.000 €Absicherung 12.000 €
40 Jahreca. 15–20 €/Monatca. 25–32 €/Monatca. 38–48 €/Monat
50 Jahreca. 22–30 €/Monatca. 35–48 €/Monatca. 53–72 €/Monat
60 Jahreca. 35–50 €/Monatca. 56–80 €/Monatca. 84–120 €/Monat
70 Jahreca. 60–90 €/Monatca. 96–144 €/Monatca. 144–216 €/Monat

Richtwerte ohne Gesundheitsprüfung. Mit Gesundheitsprüfung meist 15–30 % günstiger. Alternative: Bestattungsvorsorgevertrag direkt beim Bestatter — Betrag wird treuhänderisch angelegt und ist insolvenzgeschützt.

Häufige Fragen zu Bestattungskosten

Wie schnell muss eine Bestattung organisiert werden?

In Deutschland besteht gesetzliche Bestattungspflicht. Je nach Bundesland muss die Bestattung innerhalb von 4–10 Tagen nach dem Tod stattfinden. Den Totenschein muss ein Arzt sofort ausstellen, die Sterbeurkunde wird beim Standesamt beantragt (Werktage, meist 1–2 Tage Bearbeitungszeit). Liegt der Verstorbene in der Leichenhalle des Friedhofs, bleibt etwas mehr Zeit für die Planung. Das Bestattungsunternehmen übernimmt in der Regel die Koordination aller Fristen.

Kann ich die Bestattung im Voraus für mich selbst planen?

Ja — und es ist eine wichtige Entlastung für Angehörige. Ein Bestattungsvorsorgevertrag legt deine Wünsche verbindlich fest (Bestattungsart, Sarg, Feierlichkeiten) und sichert die Finanzierung treuhänderisch. Alternativ: eine Sterbegeldversicherung. Wichtig: den Ort aufschreiben wo das Dokument liegt — Angehörige müssen es im Todesfall schnell finden. Eine Patientenverfügung sollte separat aufbewahrt und beim Hausarzt hinterlegt werden.

Darf die Asche eines Verstorbenen zu Hause aufbewahrt werden?

Nein. In Deutschland gilt Friedhofszwang — die Asche muss auf einem zugelassenen Friedhof, im Meer (Seebestattung) oder in einem zugelassenen Naturbestattungswald beigesetzt werden. Das Verstreuen in privaten Gärten oder Wäldern ist nicht erlaubt. Ausnahme: Einzelne Bundesländer erlauben Ruheforste und Friedwälder als Alternative. Im europäischen Ausland (z.B. Niederlande, Schweiz) sind die Regeln teils lockerer — eine grenzüberschreitende Überführung der Urne ist aber rechtlich komplex.

Zahlt die Krankenkasse einen Zuschuss zu Bestattungskosten?

Nein — das gesetzliche Sterbegeld wurde 2004 abgeschafft. Seither gibt es von der GKV keinen Zuschuss zu Bestattungskosten mehr. Einige private Krankenkassen und Zusatzversicherungen bieten noch ein Sterbegeld an — das steht im Vertrag. Wer Mitglied einer Sterbekasse oder eines Bestattungsvereins ist (vor allem in Bayern und Baden-Württemberg verbreitet), erhält dort eine Auszahlung. Hinterbliebene können außerdem Witwen-/Witwerrente und Waisengeld bei der Deutschen Rentenversicherung beantragen.

Was passiert wenn man sich eine Bestattung nicht leisten kann?

Das Sozialamt übernimmt nach §74 SGB XII die Kosten einer würdigen einfachen Bestattung, wenn weder Nachlass noch Angehörige zahlungsfähig sind. Es wird die kostengünstigste würdige Bestattungsform organisiert — in der Regel eine anonyme Feuerbestattung. Wichtig: Das Sozialamt muss vor der Beauftragung eines Bestatters kontaktiert werden. Wer erst nach der Bestattung um Erstattung bittet, erhält meist weniger oder gar nichts. Das zuständige Sozialamt ist das des letzten Wohnorts des Verstorbenen.

Quellen und Rechtsstand: Bundesverband Deutscher Bestatter e.V.; Stiftung Warentest Bestattervergleich; §74 SGB XII (Übernahme der Bestattungskosten); §33 EStG (Außergewöhnliche Belastungen); §10 Abs. 5 ErbStG (Erbschaftsteuer); Deutsche Rentenversicherung (Witwen-/Witwerrente). Alle Kostenangaben sind Richtwerte — für verbindliche Preise immer mehrere lokale Angebote einholen. Stand: 2025.

Vertrauen Sie unserer Expertise

Daniel Niedermayer

Daniel Niedermayer

Geschäftsführer

Zuletzt geprüft am: 21. Januar 2026

Methodik & Hinweise

Kostenwerte basieren auf Marktdaten des Bundesverbands Deutscher Bestatter, seguralife.de und todesfall-checkliste.de. Regionsfaktoren: ländlich 0,85 / Mittelstadt 1,0 / Großstadt 1,2 / Top-Städte 1,4. Alle Werte sind Richtwerte – tatsächliche Kosten können erheblich abweichen.

Mehr zur Methodik

Alle Angaben sind Richtwerte ohne Gewähr. Für einen verbindlichen Kostenvoranschlag wenden Sie sich an ein Bestattungsunternehmen Ihres Vertrauens.