Entnahmeplan-Rechner: Wie lange reicht mein Depot?
Wer von seinem Vermögen leben will, etwa im Ruhestand, fragt sich: Wie lange reicht das Geld bei einer festen monatlichen Auszahlung? Oder umgekehrt: Wie viel kann ich jeden Monat entnehmen, damit es für eine bestimmte Zeit reicht? Der Rechner simuliert den Entnahmeplan Monat für Monat, mit Rendite, steigenden Auszahlungen gegen die Inflation und der Abgeltungsteuer auf die verkauften Gewinne.
Geprüft von der Redaktion fixrechner.de, Stand 21. Oktober 2026. Quellen am Seitenende.
Steuern
Vermögen während der Entnahme
Fläche: Depotwert. Gestrichelt: Summe der Auszahlungen.
So rechnet der Entnahmeplan
Zu Beginn jedes Monats verkauft der Rechner so viele Fondsanteile, dass nach Steuern genau Ihre Auszahlung übrig bleibt. Der Rest des Depots wächst mit der angenommenen Rendite weiter. Zu Beginn jedes neuen Jahres steigt die Auszahlung um die eingegebene Rate, damit die Kaufkraft erhalten bleibt. Im Modus „Wie viel kann ich entnehmen?“ sucht der Rechner die höchste Startauszahlung, bei der das Vermögen genau für die gewünschte Dauer reicht.
Steuern bei der Entnahme
Steuer fällt nur auf den Gewinnanteil der verkauften Anteile an, nicht auf das eingezahlte Geld. Der Rechner setzt dafür den durchschnittlichen Gewinnanteil des Depots an; das Finanzamt rechnet nach dem FIFO-Prinzip (zuerst gekaufte Anteile gelten als zuerst verkauft), was je nach Kaufhistorie etwas mehr oder weniger Steuer ergibt. Auf den steuerpflichtigen Teil (bei Aktien-ETFs 70 % des Gewinns) fallen 25 % Abgeltungsteuer und 5,5 % Solidaritätszuschlag an, zusammen 26,375 %. Bis zum Sparerpauschbetrag von 1.000 € im Jahr (Paare 2.000 €) bleiben Gewinne steuerfrei. Vorabpauschalen während der Entnahme berücksichtigt der Rechner nicht; sie werden beim späteren Verkauf wieder angerechnet und verschieben die Steuer nur zeitlich.
Die 4-%-Regel
Eine bekannte Faustregel aus US-Studien zur Entnahme aus Aktien- und Anleihedepots: Wer im ersten Jahr 4 % des Vermögens entnimmt und den Betrag danach mit der Inflation erhöht, kam in historischen Zeiträumen meist 30 Jahre aus. Bei 300.000 € wären das 12.000 € im Jahr oder 1.000 € im Monat. Die Regel beruht auf vergangenen US-Renditen, berücksichtigt keine deutschen Steuern und ist keine Garantie, aber ein guter Plausibilitätscheck für Ihren Plan.
Das Risiko schwankender Kurse
Der Rechner nimmt eine gleichmäßige Rendite an. In der Realität schwanken Aktienkurse stark. Fallen die Kurse gleich zu Beginn der Entnahme, müssen mehr Anteile zu niedrigen Preisen verkauft werden, und das Geld reicht kürzer als berechnet (Reihenfolgerisiko). Ein Puffer auf dem Tagesgeldkonto für ein bis zwei Jahre Auszahlungen und eine vorsichtige Renditeannahme mindern dieses Risiko.
Häufige Fragen
Wie lange reichen 300.000 € bei 1.500 € im Monat?
Bei 5 % Rendite, einer jährlichen Erhöhung der Auszahlung um 2 % und Steuern auf die Gewinnanteile (Aktien-ETF, 200.000 € eingezahlt) gut 20 Jahre. Ohne Rendite wären es nur knapp 14 Jahre.
Wie viel kann ich aus 300.000 € monatlich entnehmen?
Soll das Geld 25 Jahre reichen, bei 5 % Rendite und 2 % jährlicher Erhöhung, rund 1.280 € netto im ersten Monat, mit Steuern auf die Gewinnanteile (Aktien-ETF, 200.000 € eingezahlt).
Was ist ein Entnahmeplan?
Ein Plan, bei dem man regelmäßig Fondsanteile verkauft und sich einen festen Betrag auszahlen lässt, während der Rest angelegt bleibt. Viele Banken und Broker bieten Entnahmepläne automatisch an.