⏱️ Teilzeit-Reue-Rechner – Was Teilzeit wirklich kostet
Netto · Rente · ALG I · Krankengeld · Elterngeld · Gesamtkosten
80 % Teilzeit = 20 % weniger Netto? Weit gefehlt. Durch die Steuerprogression verlieren Sie netto oft nur 15–17 %. Doch die wirklichen Kosten verstecken sich woanders: weniger Rentenpunkte, niedrigeres ALG I, weniger Krankengeld, weniger Elterngeld. Dieser Rechner zeigt Ihnen das vollständige finanzielle Bild – damit aus Teilzeit keine Reue wird.
⏱️ Was Teilzeit wirklich kostet – der unterschätzte Preis
Die meisten Menschen, die über Teilzeit nachdenken, stellen sich eine einfache Frage: Wie viel weniger Netto bekomme ich? Die Antwort überrascht oft positiv – durch die Steuerprogression verliert man bei 80 % Teilzeit netto nur 15–17 % statt 20 %. Doch das ist nur die halbe Wahrheit.
Die echten Kosten von Teilzeit verstecken sich in vier Bereichen, die kaum jemand berechnet:
- Rentenverlust: Rentenpunkte werden proportional zum Verdienst vergeben. Jedes Jahr Teilzeit bedeutet weniger Rentenpunkte – das summiert sich über Jahrzehnte zu tausenden Euro weniger Rente im Alter.
- ALG-I-Verlust: Arbeitslosengeld I berechnet sich aus dem Nettolohn der letzten 12 Monate. Wer in Teilzeit war, bekommt im Ernstfall deutlich weniger.
- Krankengeld-Verlust: Krankengeld = 70 % des Bruttogehalts. Bei Teilzeit ist die Basis niedriger – bei langer Krankheit ein erheblicher Unterschied.
- Elterngeld-Verlust: Basiselterngeld = 65–67 % des Nettolohns. Wer vorher in Teilzeit war, bekommt weniger Elterngeld – auch wenn man das Modell für das erste Kind erst plant.
📊 Der Progressionsvorteil – die gute Nachricht
Die Steuerprogression wirkt als natürlicher Dämpfer des Netto-Verlustes. Wer weniger verdient, zahlt prozentual weniger Steuern. Konkret:
| Teilzeit-Anteil | Brutto-Verlust | Typischer Netto-Verlust | Progressionsvorteil |
|---|---|---|---|
| 90 % | −10 % | ca. −8 % | +2 Prozentpunkte |
| 80 % | −20 % | ca. −15–17 % | +3–5 Prozentpunkte |
| 75 % | −25 % | ca. −19–21 % | +4–6 Prozentpunkte |
| 60 % | −40 % | ca. −33–36 % | +4–7 Prozentpunkte |
| 50 % | −50 % | ca. −42–46 % | +4–8 Prozentpunkte |
Der Progressionsvorteil klingt gut – aber er täuscht über die Langzeitfolgen hinweg. Denn Rente, ALG I, Krankengeld und Elterngeld werden nicht mit Progressionsvorteil berechnet. Dort schlägt der Brutto-Verlust voll durch.
🏦 Rentenverlust: Die unterschätzte Zeitbombe
Das Prinzip der gesetzlichen Rentenversicherung ist einfach: Wer mehr verdient, sammelt mehr Rentenpunkte. Ein Rentenpunkt entspricht dem Jahresverdienst in Höhe des Durchschnittsentgelts (2026: ca. 45.358 €). Wer nur 80 % davon verdient, sammelt nur 0,8 Rentenpunkte pro Jahr statt 1,0.
Rechenbeispiel Rentenverlust
Annahme: 4.000 € Vollzeit-Brutto, 80 % Teilzeit = 3.200 € Brutto, 10 Jahre Teilzeit
Rentenpunkte Vollzeit: 10 × (48.000 € / 45.358 €) = 10,58 Punkte
Rentenpunkte Teilzeit: 10 × (38.400 € / 45.358 €) = 8,46 Punkte
Verlust: 2,12 Rentenpunkte × ~40,17 €/Punkt = ~85 €/Monat weniger Rente
Über 20 Jahre Rentenbezug: ~20.400 € weniger Rente insgesamt
🛡️ ALG I, Krankengeld und Elterngeld: Sicherheitsnetze mit Lücken
ALG I (Arbeitslosengeld I) beträgt 60 % des pauschalierten Nettolohns (67 % mit Kindern). Basis ist das Bruttogehalt der letzten 12 Monate. Wer in Teilzeit war, bekommt im Ernstfall deutlich weniger – und das monatelang.
Krankengeld beträgt 70 % des Bruttolohns (max. 90 % des Nettolohns) und wird bis zu 78 Wochen gezahlt. Bei langer Krankheit kann der Unterschied zwischen Vollzeit- und Teilzeit-Krankengeld tausende Euro ausmachen.
Elterngeld (Basiselterngeld) beträgt 65–67 % des Nettolohns der letzten 12 Monate. Wer vor der Geburt in Teilzeit war, erhält weniger Elterngeld – selbst wenn man das erste Kind noch plant und heute die Stunden reduziert.
💡 Was hilft gegen Teilzeit-Reue?
- Freiwillige Rentenbeiträge: Als Teilzeitkraft können Sie freiwillig höhere Rentenbeiträge einzahlen – das gleicht Rentenpunkte-Verluste aus.
- Timing beim Elterngeld: Wenn möglich, planen Sie Elternzeit so, dass der 12-Monats-Bemessungszeitraum möglichst viele Vollzeit-Monate enthält.
- Elterngeld Plus nutzen: ElterngeldPlus (halber Betrag, doppelte Dauer) kann bei einem Teilzeitjob parallel günstiger sein als das Basiselterngeld.
- Teilzeit begrenzen: Je kürzer die Teilzeit-Phase, desto geringer der Rentenverlust. Jedes Jahr Vollzeit mehr zählt.
- Partnerschaftliche Aufteilung: Wenn beide Partner Teilzeit arbeiten statt einer voll, eines gar nicht, kann das Rentenrisiko gleichmäßiger verteilt werden.
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Daniel Niedermayer
Geschäftsführer
Zuletzt geprüft am: 21. Januar 2026
Verwendete Quellen
Unsere Methodik
Steuer- und SV-Berechnungen basieren auf vereinfachten Schätzmodellen (Grenzsteuersatz-Annäherung). Rentenpunkte werden auf Basis des vorläufigen Durchschnittsentgelts 2026 (ca. 45.358 €) und des aktuellen Renteneckwerts berechnet. Alle Ergebnisse sind Näherungswerte.
Mehr zur Methodik erfahrenFixrechner.de – „Alles ist berechenbar“. Der Teilzeit-Reue-Rechner ist der erste Rechner, der nicht nur den Netto-Verlust zeigt, sondern alle vier versteckten Kostentreiber von Teilzeit: Rente, ALG I, Krankengeld und Elterngeld in einem Tool.
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4 Module statt nur Netto-Verlust: Rente, ALG I, Krankengeld, Elterngeld – alle Langzeitfolgen auf einen Blick.
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⚠️ Hinweis: Alle Berechnungen sind vereinfachte Näherungswerte. Steuer- und SV-Berechnungen ersetzen keinen Steuerberater. Rentenpunkt-Wert und Durchschnittsentgelt 2026 sind Schätzwerte. Letzte Aktualisierung: 1. April 2026.


