Wirtschaftlicher Totalschaden: Reparatur oder Abrechnung?
Nach einem unverschuldeten Unfall entscheidet das Verhältnis von Reparaturkosten zum Wiederbeschaffungswert, was die gegnerische Versicherung zahlt. Der Rechner prüft die 130-Prozent-Grenze und zeigt, welche Abrechnung infrage kommt.
Geprüft von der Redaktion fixrechner.de, Stand 21. Oktober 2026. Quellen am Seitenende.
Die Fälle im Überblick
| Reparaturkosten | Folge |
|---|---|
| bis zum Wiederbeschaffungswert | Reparatur wird bezahlt. Ohne Reparatur können Sie fiktiv nach Gutachten abrechnen (ohne Umsatzsteuer). |
| über Wiederbeschaffungswert, bis 130 % | Reparatur wird bezahlt, wenn fachgerecht und vollständig nach Gutachten repariert wird und Sie das Fahrzeug danach noch mindestens sechs Monate weiter nutzen (Integritätsinteresse). Sonst gibt es nur den Wiederbeschaffungsaufwand. |
| über 130 % | Wirtschaftlicher Totalschaden: Ersatz des Wiederbeschaffungsaufwands, also Wiederbeschaffungswert minus Restwert. |
Grundlage ist die Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs zu § 249 BGB. Der Wiederbeschaffungswert ist der Preis, zu dem ein gleichwertiges Fahrzeug bei einem seriösen Händler zu bekommen ist; der Restwert ist, was das beschädigte Fahrzeug noch einbringt. Beides ermittelt ein Kfz-Sachverständiger. Die Prüfung erfolgt in der Regel brutto; bei fiktiver Abrechnung wird die Umsatzsteuer nicht erstattet.
Häufige Fragen
Wann ist ein Auto ein wirtschaftlicher Totalschaden?
Wenn die Reparaturkosten über dem Wiederbeschaffungswert liegen. Bis 130 % darf trotzdem repariert werden, wenn Sie das Auto fachgerecht reparieren lassen und mindestens sechs Monate weiter nutzen.
Was zahlt die Versicherung bei Totalschaden?
Den Wiederbeschaffungsaufwand: Wiederbeschaffungswert minus Restwert. Bei 8.000 € und 2.000 € Restwert also 6.000 €.
Was ist die 130-Prozent-Regel?
Reparaturkosten bis 130 % des Wiederbeschaffungswerts werden ersetzt, wenn das Fahrzeug vollständig repariert und weiter genutzt wird.