Abfindung berechnen: Höhe und Steuer mit Fünftelregelung
Berechnet die übliche Abfindung nach der Faustformel des Kündigungsschutzgesetzes und die Steuer darauf, mit und ohne Fünftelregelung, nach dem Einkommensteuertarif 2026. Sozialabgaben fallen auf eine echte Abfindung nicht an.
Geprüft von der Redaktion fixrechner.de, Stand 21. Oktober 2026. Quellen am Seitenende.
Übriges Einkommen: Ihr zu versteuerndes Einkommen im Jahr der Auszahlung ohne Abfindung, etwa Gehalt bis zum Ausscheiden minus Abzüge. Wer danach Arbeitslosengeld bekommt, hat oft ein niedriges übriges Einkommen; dann wirkt die Fünftelregelung stark.
Steuer im Detail
| ohne Fünftelregelung | mit Fünftelregelung |
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Wie hoch ist eine übliche Abfindung?
Einen allgemeinen Anspruch auf Abfindung gibt es nicht; die Höhe wird verhandelt. Orientierung bietet § 1a KSchG: Bei einer betriebsbedingten Kündigung mit Abfindungsangebot beträgt sie 0,5 Monatsverdienste je Beschäftigungsjahr, ein Zeitraum von mehr als sechs Monaten wird auf ein volles Jahr aufgerundet. In Vergleichen vor dem Arbeitsgericht wird oft dieser Faktor genommen; je nach Erfolgsaussicht der Kündigungsschutzklage, Alter und Position auch mehr oder weniger.
Die Fünftelregelung
Die Abfindung wird für die Steuer gedanklich auf fünf Jahre verteilt: Berechnet wird die Steuer auf das übrige Einkommen plus ein Fünftel der Abfindung, davon die Steuer ohne Abfindung abgezogen und die Differenz mal fünf genommen (§ 34 EStG). Das dämpft die Progression. Seit 2025 berücksichtigt der Arbeitgeber die Fünftelregelung nicht mehr beim Lohnsteuerabzug; sie wird erst mit der Steuererklärung angewendet, die Erstattung kommt also später. Voraussetzung ist, dass Sie durch die Abfindung im Jahr mehr erhalten, als Sie bei normaler Weiterbeschäftigung verdient hätten.
Weitere Folgen
- Sozialversicherung: Eine Abfindung für den Verlust des Arbeitsplatzes ist beitragsfrei.
- Arbeitslosengeld: Die Abfindung wird nicht angerechnet. Endet das Arbeitsverhältnis aber vor Ablauf der ordentlichen Kündigungsfrist, ruht der Anspruch zeitweise (§ 158 SGB III); bei einem Aufhebungsvertrag droht zudem eine Sperrzeit (§ 159 SGB III).
- Frist: Eine Kündigungsschutzklage muss innerhalb von drei Wochen nach Zugang der Kündigung erhoben werden (§ 4 KSchG).
Häufige Fragen
Wie berechnet man eine Abfindung?
Faustformel: 0,5 × Bruttomonatsgehalt × Beschäftigungsjahre. Bei 4.000 € und 8 Jahren sind das 16.000 €.
Wie viel Steuer zahlt man auf eine Abfindung?
Das hängt vom übrigen Einkommen ab. Bei 16.000 € Abfindung und 30.000 € übrigem Einkommen sind es nach Tarif 2026 bei Einzelveranlagung mit Fünftelregelung rund 4.600 €, ohne rund 4.950 €. Der Rechner zeigt Ihren Wert.
Muss man auf eine Abfindung Sozialabgaben zahlen?
Nein, eine echte Abfindung für den Verlust des Arbeitsplatzes ist sozialversicherungsfrei.
Wird die Fünftelregelung automatisch angewendet?
Seit 2025 nicht mehr beim Lohnsteuerabzug. Sie wird mit der Einkommensteuererklärung berücksichtigt.